Forschungsgebiete

niPRO bewegt sich an der Schnittstelle von insgesamt vier verschiedenen Forschungsgebieten: a) Geschäftsprozessmanagement (Business Process Management), b) Wissensmanagement (Knowledge Management), c) Semantische Technologien und d) Usability Engineering. In allen vier Themengebieten wurden in der Vergangenheit vielfältige und wissenschaftlich tiefgehende Methoden, Konzepte und Lösungen entwickelt, die bei der Bearbeitung dieses Forschungsvorhabens Berücksichtigung finden müssen.


Abbildung: Forschungsgebiete von niPRO


Im Bereich des Geschäftsprozessmanagements war die Forschung in den letzten Jahren sehr stark auf die Modellierung, Analyse und Ausführung von Prozessen sowie deren Laufzeitkontrolle fokussiert. Dabei wurde zumindest auch die Erfassung und Analyse von bei der Ausführung von Prozessen anfallenden Prozessechtdaten intensiv adressiert (Beispiele solcher Daten wurden oben bereits erwähnt). In der Tat werden Prozessechtdaten heute bereits von den meisten prozessunterstützenden Informationssystemen (auch Legacy-Systemen) geliefert, durch leistungsstarke Analysewerkzeuge verarbeitet und in speziellen Dashboards (oder Cockpits) aufbereitet. Unter dem Schlagwort Business Process Intelligence (BPI) werden häufig diesbezügliche Konzepte, Anwendungen und Werkzeuge zusammengefasst.

Dagegen fand die Verarbeitung und Aufbereitung unstrukturierter Prozessinformationen im Bereich des Geschäftsprozessmanagements bislang kaum Beachtung, wenngleich es entsprechende Ansätze in anderen Bereichen, insbesondere in den Bereichen des klassischen Wissensmanagements (Knowledge Management) und der semantischen Technologien gab. Zielsetzung in der Wissensmanagement-Forschung ist die Entwicklung von Konzepten für den bestmöglichen Umgang mit Wissen (prinzipiell jeder Art). Beiträge zum Wissensmanagement – theoretischer wie praktisch-anwendungsorientierter Natur – entstammen vielen Disziplinen, darunter der Betriebswirtschaftslehre, der (Wirtschafts-)Informatik, der Informationswissenschaft oder der Sozialwissenschaft. Auch die Forschung im Bereich semantischer Technologien widmete sich in den vergangenen Jahren stark dem Thema der Informationsverarbeitung und -logistik. Zielsetzung war hier jedoch weniger der allgemeine Umgang mit Wissen als vielmehr die Nutzung semantischer Technologien, um die Bedeutung von strukturierter und v.a. unstrukturierter Informationen (z.B. im Web, aber auch in anderen Bereichen) für Computer dahingehend verwertbar zu machen, dass Informationen automatisch interpretiert und maschinell weiterverarbeitet werden können. Dabei sollen Informationen auch automatisch miteinander in Beziehung gesetzt und aufbereitet werden können.

Letztlich müssen (strukturierte und unstrukturierte) Prozessinformationen aber nicht nur erfasst und verarbeitet, sondern auch in geeigneter Weise den Information Workern eines Unternehmens angeboten werden. An dieser Stelle setzen nun Methoden des Usability Engineering; zunächst ganz allgemein mit Bezug auf die generelle Bedienbarkeit des konzipierten Prozessinformationsportals sowie – daraus abgeleitet – mit Bezug auf spezifische Konzepte zur nutzergerechten Visualisierung von (strukturierten und unstrukturierten) Prozessinformationen.