Projekt

Bislang hatte die Unterstützung von Geschäftsprozessen durch Informationstechnologie (IT) vor allem die Modellierung, Analyse und Ausführung von Prozessen sowie deren Laufzeitkontrolle (z. B. durch Prozessmanagementsysteme) im Fokus. Daneben rückt jedoch in jüngerer Vergangenheit vermehrt auch die direkte, wissensorientierte Unterstützung von Sachbearbeitern und Entscheidern (in ihrer Rolle als “Information Worker”) durch die zielgerichtete Bereitstellung von Prozessinformationen in den Vordergrund (Stichwort Informationslogistik). Tatsächlich werden vielfältige Prozessinformationen von Mitarbeitern eines Unternehmens verarbeitet und ausgetauscht. Geliefert werden entsprechende Informationen aus unterschiedlichsten Quellen wie E-Mails, Telefonnotizen, Wikis, Chat-Programmen oder auch betrieblichen Informationssystemen. Dabei muss grundsätzlich zwischen unstrukturierten und strukturierten Prozessinformationen unterschieden werden. Beispiele unstrukturierter Informationen sind textuelle Prozessbeschreibungen, Arbeits- und Verfahrensanweisungen, Formulare, Checklisten oder Kochrezepte (dokumentiert in Textdokumenten, Tabellen, E-Mails oder Ablaufdiagrammen). Beispiele strukturierter Informationen, die typischerweise von prozessunterstützenden betrieblichen Informationssystemen als sogenannte Prozess(echt)daten geliefert werden, reichen von Start- und Endezeiten von Prozessaktivitäten, über Prozesswartezeiten und Ressourcen-Allokationen, bis hin zu (mittleren) Prozessdurchlaufzeiten. Die Verfügbarkeit von Prozessinformationen allein reicht jedoch nicht aus, um Mitarbeiter optimal zu unterstützen. Nur im jeweiligen Kontext wird aus Informationen Wissen (dem letztlichen produktiven Kapital des Unternehmens). Zielsetzung muss es sein, jeder Person die für sie richtige(n) Information(en) zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen.


Ziel des Projekts

Ziel des Projektes ist es, semantische Informationstechnologie dazu zu verwenden, sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Prozessinformationen in intelligenten, nutzergerechten Prozessinformationsportalen (~ Cockpits) so aufzubereiten, dass Sachbearbeiter und Entscheider die richtigen Prozessinformationen zur richtigen Zeit erhalten.


Anwendungskontext

Hauptanwendungskontext ist die Unterstützung von komplexen Elektrik-/Elektronik-Entwicklungsprozessen in der Automobilindustrie. Um die Generalisierbarkeit der Projektergebnisse zu gewährleisten, werden aber auch Anwendungsfälle und Anforderungen aus dem klinischen Bereich (eHealth) berücksichtigt (eingebracht vom Projektpartner Universität Ulm).